Der unaufhaltsamen Fortschritt in der menschlichen Evolution

 

Wer es etwas genauer wissen möchte, dem sei die folgende Textkollage  für Eilige empfohlen.

Die Entwicklung der Erde, des Lebens und des Menschen 

Es wird heute angenommen, daß das Universum, so wie wir es kennen, mit einer energetischen Manifestation von kosmischem Ausmaß, mit einer gigantischen Explosion - dem Urknall - begann. Damals - vor 13 bis 18 Milliarden Jahren - dürften die Elementarteilchen entstanden sein, die man in unseren Tagen dank der physikalischen Forschung bereits im Experiment aus Energie zu erschaffen in der Lage ist. Es sind mehr oder minder stabile Gleichgewichtszustände - zu Materie gewordene Energiepakete.

Die Materie unseres Erdballes entstammt - dem Stand der internationalen Forschung gemäß - Roten Riesen, die vor mehr als 5 Milliarden Jahren explodierten. Sie ist somit älter als die Sonne, welche vor etwa 3,5 Milliarden Jahren entstand.

Der Planet Erde, der, wie man annimmt, aus sich zusammenballendem kosmischem Staub entstand, war durch Verdichtung anfänglich weißglühend, kühlte dann im Verlauf des weiteren Zeitgeschehens an der Oberfläche ab. Aus Dämpfen, die dem Erdinneren entströmten, bildeten sich kochende Meere. In der Uratmosphäre, die zunächst noch keinen Sauerstoff enthielt, fanden starke elektrische Entladungen statt. Es ist experimentell erwiesen, daß unter den Voraussetzungen der damaligen Gegebenheiten auch heute Aminosäuren und Nucleotide entstehen - die gleichen, welche auch Bausteine der Zellen sind. Dies bedeutet, daß in dieser Ursuppe - wie dieses damalige Meer genannt wird - die für den Lebensbeginn notwendigen Bausteine bereits fertig herumschwammen. Es kam nun darauf an, daß diese Bausteine in entsprechende Kombination gelangten - eine solche, die autokathalytisch wirkte.

Eine neue Energiequelle, die von einigen Energonen erschlossen wurde, war das - zumindest in den höheren Wasserschichten - in beliebiger Menge vorhandene Sonnenlicht. Aus Proteinen entstanden Funktionsträger, die Lichtenergie einfingen. Diese wurde dazu gebracht, Elektronen auf entferntere Umlaufbahnen um die Atomkerne anzuheben, wodurch sich der Energiegehalt vergrößerte. Die Lichtenergie wurde so gleichsam in Käfige eingefangen - und in weiterer Folge dazu gebracht, aus energiearmen Atomen energiereiche, in erster Linie Zucker, aufzubauen. Damit war die als Photosynthese bezeichnete Form der Energiegewinnung und Energiebündelung in die Welt gekommen.

Die Photosynthese hatte eine bedeutsame Auswirkung. Im Verlauf dieses Vorganges wird Sauerstoff abgeschieden. Dieser reicherte sich nun allmählich im Wasser an und bot - über Diffusion - auch im Gasmantel des Planeten, der Atmosphäre, zu einer weiteren Entwicklungsrichtung der Energone die Voraussetzung. Schon vorher mag es Energone gegeben haben, die anderen Teile ihres Gefüges entrissen und sich einverleibten. Jetzt jedoch kam der Kannibalismus zwischen den Energonen als permanente und lukrative Einrichtung in die Welt - er wurde zur Norm. Eine neue Quelle für Energie und Stoffe bot sich an - die Überwältigung anderer Energone. Also der Raub der in ihren Molekülen gespeicherten Energie, der Umbau ihrer Proteine in eigene Struktur. Während wir alle über Photosynthese Energie gewinnenden Energone den Pflanzen zuordnen, fassen wir alle solche Raubenergone als Tiere zusammen. Die erste große Energongruppe, die den Anfang gemacht hatte - die Protobionten -, gewann somit Energie über ihr von selbst zuteil werdende Geschenke. Die zweite Gruppe, die Pflanzen, spannten anorganische Energie, besonders jene der Lichtstrahlen, vor ihren Wagen. Die dritte - die Tiere - stellen anderen Energonen nach, gleichwohl ob Pflanze oder Tierkollege, überwältigen sie und bauen deren Struktur auf dem Wege der Gärung und Oxydation ab. Es ist aus der Sicht des Menschen ein eher grotesker Zusammenhang, daß die Pflanzen durch Sauerstoffproduktion die Voraussetzung für ihre eigene permanente Bedrohung und Dezimierung schufen.

Andererseits freilich scheiden Tiere bei ihrer Erwerbsform der Zertrümmerung fremder Energonstruktur in Gestalt der Verdauung Kohlendioxyd ab, welches die Pflanzen als Rohstoff für ihren Strukturaufbau und ihren Energieerwerb benötigen. So waschen hier gleichsam die Hände einander gegenseitig.

Immer neue Arten von Energontypen entstanden. Freilich nur sehr langsam. Denn die Weiterentwicklung war stets auf Mutationen angewiesen, von denen die überwiegende Zahl zur Effizienzverminderungen führten und unter denen mit einer Chance von 1:1000 bis 1:100000 nur sehr selten einmal ein Treffer war. Hier kam das phylogenetische Geschehen an eine fast unüberwindbare Barriere, an einen besonders gravierenden Engpaß. Um gewonnene Effizienzsteigerungen zu bewahren und an Nachkommen getreulich weiterzugeben, mußte der genetische Code sich jeweils fehlerfrei teilen. Andererseits aber mußten sich Veränderungen einstellen, damit es bei sehr geringer Chance - mit Hilfe eines glücklichen Zufalles - zu einer Verbesserung, zur Bildung anders strukturierter Nachkommen von höherer Effizienz kam. Also durch Zufall zur Notwendigkeit.

Auch diese Hürde wurde genommen. Die Lösung des Problems - die einzige in diesem Entwicklungsstadium offenbar erreichbare - hieß Zweigeschlechtlichkeit. Von Zeit zu Zeit und schließlich vor jeder Vermehrung mußten die Genetischen Codes verschiedener Individuen sich miteinander vereinen, wodurch die bei einem oder anderem erfolgten Änderungen im Erbrezept gekreuzt und damit neue Kombinationen, Genkombinationen, geschaffen wurden.

Nach heutigem Wissensstand entstanden die ersten Vielzeller vor etwa drei Milliarden Jahren. Sie gaben dem Lebensstrom einen weiteren mächtigen Impuls. Es konnten sich nun immer größere, stärkere und leistungsfähigere Energone bilden. Über sie wuchs der Lebensstrom in Potenz und Volumen an und dehnte sich bis in die letzten Abgründe der Tiefsee und bis zu den Quellen der Flüsse aus. Der nächste Sprung vorwärts - mit Hilfe der sich weiterentwickelnden Energone - war dann die Eroberung des trockenen Landes, die vor ungefähr 500 Millionen Jahren einsetzte. Pflanzen waren die ersten Pioniere und ihnen folgten alsbald die Räuber, die Tiere. Aus Algen entwickelten sich die Landpflanzen. Aus Fischen entwickelten sich die Lurche, die Echsen, die Vögel und die Säugetiere. Aus Krebsen entwickelten sich die Spinnen und die Insekten. Dem Lebensstrom wurde so ein neuer größer Entfaltungsraum eröffnet.

An Land erreichte die Energonentwicklung sogar noch größere Fortschritte als im heimatlichen Wasserreich. Die Fähigkeit, individuell zu lernen, welche im geringen Ausmaß schon bei Einzellern nachweisbar ist, gelangte bei den Landwirbeltieren zu besonderer Perfektion. Funktionell betrachtet, geht es hier darum, ob Verhaltensweisen nach Steuerungsrezepten erfolgen, die der Genetische Code im Zentralnervensystem, im Rückenmark und Gehirn aufbaut - wir sprechen dann von angeborenem Verhalten, von Instinktleistungen - oder ob das Tier in individueller Auseinandersetzung mit der Umwelt, über Versuch und Irrtum oder durch Nachahmung fremden Verhaltens selbsttätig Steuerungen im Gehirn für seine Aktionen und Reaktionen aufbaut. Während Tiere - also Energone - mit angeborenem Verhalten automatenhaft agieren und reagieren, ist über Lernvorgänge erworbenes Verhalten weit variabler, kann sich den jeweiligen Umweltbedingungen weit besser anpassen. Nachteil ist freilich, daß in diesem Fall das junge - das neugebildete Energon - nicht voll lebensfähig zur Welt kommt und während seiner Lernperiode geschützt sein muß. Es bedarf einer Brutpflege, wie der Biologe es nennt. Diese Funktion fällt in der Regel dem Mutterenergon zu. Manchmal jedoch, wenn die Geschlechtspartner beisammenbleiben, üben auch beide Eltern oder der Vater sie aus. Auch hierfür sind angeborene Verhaltensweisen Voraussetzung. Sie mußten sich somit parallel zur steigenden Lernfähigkeit und zum Abbau der instinktiven, selbsttätigen Verhaltensnormen entwickeln.

Was bisher von den Philosophen und Biologen übersehen wurde, ist die Tatsache, daß die durch Lernen aufgebauten Steuerungsrezepte im Gehirn zwar fest im Körper beheimatet, aber trotzdem keine vom Genetischen Code aufgebauten Funktionsträger, also Organe sind. Diese Funktionsträger werden über Wirksamkeit des vielzelligen Gehirnes geschaffen. Nennt man die vom Genetischen Code diktierten Bildungen natürliche Organe, dann muß man diese durch Lernen geschaffenen Steuerungsrezepte künstliche Organe benennen. Die Unterscheidung wäre nicht sonderlich wichtig, würden nicht im weiteren Verlauf vom geistig besonders leistungsfähigen Menschen auf eben diesem Weg noch zahlreiche andere künstliche Organe gebildet werden, die dem Körper nicht verhaftet sind und darum nach bisherigem Denken als etwas von diesem durchaus Getrenntes angesehen werden. Schafft sich der Mensch einen Faustkeil oder Speer, dann bedeutet dies, daß er über den Vorgang des Lernens neue Organe gestaltet, welche die Fähigkeit seiner Hände enorm steigern. Diese zusätzlichen Funktionsträger kommen über Tätigkeit des Gehirns zustande, desselben vielzelligen Organes, das die Steuerungsrezepte erworbenen Verhaltens aufbaut. Da Faustkeil und Speer nicht im Körper beheimatet, ja nicht einmal mit diesem verbunden sind, betrachtet man sie bis dato als Werkzeuge und nicht als Organe - also als etwas grundsätzlich anderes. Die Betrachtungsweise der Energontheorie zwingt hier zu einer radikalen Umschaltung im Denken, der sich unser Gehirn, stark ans Visuelle gefesselt, nur widerstrebend beugt. Für jedes Energon ist jedoch ausschließlich wichtig, über welche Funktionsträger es verfügt und was diese zustande bringen.

Ob ein solcher Funktionsträger, ein solches Organ, vom Zellorgan Genetischer Code oder vom vielzelligen Gehirn geschaffen wird, ist dagegen von durchaus untergeordneter Bedeutung. Auch ob es mit dem Zellkörper fest verwachsen ist oder nicht, fällt nicht ins Gewicht - beim Faustkeil und beim Speer ist die Ablegbarkeit sogar ein offensichtlicher Vorteil, da sie bei fester Verbindung mit der Hand diese in ihren sonstigen Funktionen stören, ja solche sogar vereiteln würden.

Faustkeil und Speer waren jedoch nur der erste Beginn in einer langen Entwicklungskette. Ihnen folgten artifizielle Funktionsträger des Körperschutzes, die wir Bekleidung und Schuhwerk nennen. Ihnen folgten artifizielle Funktionsträger des Energie- und Stofferwerbes, die Fangreusen, Fanggruben und Jagdwaffen heißen. Auch Körbe und Säcke zum Aufsammeln eßbarer Pflanzen und Früchte gehören hierhin. Ihnen folgten artifizielle Funktionsträger des Schutzes, die wir Hütten, Häuser, Burgen und Festungen nennen - auch alle Waffen von Dolch und Schwert über Kanonen bis hin zu Raketen und Nuclearwaffen gehören hinzu. Ihnen folgten artifizielle Funktionsträger der Fortbewegung, die wir Boote, Schiffe, Wagen, Bahnen, Autos und Flugzeuge nennen - auch Leitern, Treppen, Brücken und Straßen gehören hinzu. Ihnen folgten artifizielle Funktionsträger zur Versklavung von Umweltkräften, die wir Maschinen nennen und welche es möglich machen, daß Funktionsträger von anderen als dem Zellkörper eigenen Kräften betrieben werden. Ihnen folgten artifizielle Funktionsträger der Verständigung, von Rauchsignalen über Schrift bis hin zur drahtlosen Nachrichtenübermittlung und zum Fernsehen über Satelliten.

Damit sind wir bereits beim Menschen, ................

Exkurs: Details der Entwicklung des Menschen

Der Vorfahre hier lebte ca. 3,7 bis 2,9 Mio. Jahren vor unserer Zeit und ist gewissermaßen die „Stammform" der Australopithecinen

Die nächste Entwicklungsstufe der Australopithecinen war der grazile Australopithecus africanus. Früheste Funde datieren um 2 Millionen Jahre, die spätesten reichen bis etwa 1 Millionen Jahre. Der Name bedeutet „Südaffe aus Afrika".

Dieser hier lebte vor ungefähr 2,4 bis 1,1 Millionen Jahren. Sein Gehirnvolumen betrug bis zu 530 Kubikzentimeter.

Der Homo rudolfensis war ein unmittelbarer Vorfahre des Homo erectus. Er lebte vor ungefähr 2,5 bis 1,8 Millionen Jahre.

Der Homo erectus entwickelte sich parallel zu dem Australopithecus und ist dem heutigen Menschen extrem ähnlich. Der Homo erectus lebte vor ca. 1,8 Mio. Jahren. Bis er vor ca. 40.000 Jahren ausstarb wurde er durch das Anwachsen seines Gehirns immer geschickter.

Es folgte der Homo sapiens

Die Entwicklung des archaischen Homo sapiens teilt sich in einzelne Kulturstufen auf, die im Allgemeinen mit der körperlichen Entwicklung verglichen werden kann. Der archaische Homo sapiens tauchte vor ca. 600.000 Jahren das erste Mal auf und lebte bis vor ungefähr 100.000 Jahren. 

 

Vor ungefähr 150.000 Jahren, also während der Altsteinzeit, bildete sich der moderne Mensch aus. Er wird Homo sapiens sapiens genannt. Zu dieser Entwicklungsstufe und -art zählt sich der Verfasser:

Es gibt drei Hauptstufen in der menschlichen Kulturentwicklung:

  1. Paläolithikum (Altsteinzeit, von 600.000 bis 10.000 Jahren)
  2. Neolithikum (Jungsteinzeit, von 10.000 bis 5.000 Jahren)
  3. Metallzeit (ab 5.000 Jahre)

Die Altsteinzeit ist durch behauene Steinwerkzeuge gekennzeichnet. Vor ungefähr 150.000 Jahren, also während der Altsteinzeit, bildete sich der moderne Mensch aus. Sein Name Homo sapiens sapiens bedeutet wörtlich „verständiger Mensch" (anatomisch moderner Mensch).

In der Jungsteinzeit zeichnete sich der Homo sapiens sapiens durch sorgfältig polierte und bearbeitete Steinwerkzeuge aus. In der Metallzeit wurden die Geräte erst aus Kupfer, Bronze und dann aus Eisen hergestellt. Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass die Werkzeuge zunehmend verbessert wurden. Die anfänglich noch rohen Faustkeile wurden zu sorgfältig bearbeiteten Pfeilspitzen und Messern weiterentwickelt.

Es wurden auch Knochen verwendet aus denen feine Werkzeuge wie Nadeln gemacht wurden. Der jungpaläolithische Homo sapiens hatte einen hochentwickelten künstlerischen Sinn. Beispiele sind die kunstvoll geschnitzten Knochengegenstände und die bekannten jungpaläolithischen Höhlenmalereien in Frankreich und Spanien.

Die neolithischen Völker lernten töpfern, um Nahrung und Wasser aufzubewahren und begannen auch Pflanzen und Haustiere zu züchten.

Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt der Neolithen war die Erfindung des Ackerbaus. Er erlaubte es ständige Siedlungen anzulegen aus denen später die ersten Städte entstanden. Außerdem wurde damit das Prinzip der Arbeitsteilung eingeführt. D. h. einige sorgten für Nahrung, andere wurden Handwerker, Priester, Händler und Gelehrte. Dieser Entwicklungsschritt war einer der bedeutendsten Ereignisse in der Menschheitsgeschichte. Danach entfalteten sich die menschlichen Kulturen sehr schnell. Vor etwa 5.000 Jahren entstand die erste Schrift in Ägypten und Mesopotamien und führte zum Beginn der aufgezeichneten Menschheitsgeschichte.

Damit war die biologische Entwicklung des Menschen praktisch abgeschlossen und es setzte sich nur noch die kulturelle fort.

Ende des Exkurses

Der Mensch übernahm von den Affen als wertvollstes Erbe deren Greiforgane, die Hände. In Anpassung an das Klettern in Bäumen wurden diese Vorderextremitäten besonders auf die Funktion des Ergreifens und Festhaltens ausgerichtet, wobei dem frei opponierenden Daumen besondere Bedeutung zukommt. In folgeschwerem Funktionswechsel verwendet sie der Mensch zur Bildung zusätzlicher Organe und zu deren Bedienung - Handhabung. Bei der bisherigen Fehleinschätzung menschlicher Selbstbewertung ist es notwendig und gerechtfertigt, mit allem Pathos auf die Dramatik dieses evolutionären Vorganges hinzuweisen, der in der Bildung von artifiziellen, den Zellkörper erweiternden Funktionsträgern besteht. An diesem entscheidenden Punkt in der phylogenetischen Entwicklung, also der Evolution der Energone, übernahm das Gehirn in Funktionserweiterung eine zusätzliche, entscheidend wichtige Aufgabe - die der Bildung von Organen. Bereits jede durch Lernprozesse aufgebaute Steuerungsstruktur im Gehirn ist ein zusätzlich gebildetes, also nicht genetisch erworbenes Organ. Da es im Zellkörper gebildet ist, zeigt es nicht visuell seine Besonderheit, sondern stellt sich eher als eine Verbesserung oder Ergänzung der angeborenen Steuerungsstrukturen dar. Von noch weit größerer Bedeutung für den Lebensstrom waren indes weitere vom vielzelligen Gehirn gebildete Organe - artifizielle Funktionsträger -, die nicht mehr mit dem Zellkörper verwachsen sind, jedoch dessen Leistungsfähigkeit ergänzen und vergrößern. Es ist irrig und blind, diese Einheiten als etwas anderes anzusehen als vom Gehirn geschaffene zusätzliche Organe unseres Körpers. Bei der phylogenetischen Entwicklung der vielzelligen Energone gingen die benötigten Funktionen - um es zu wiederholen - eine nach der anderen von Zellorganen auf vielzellige Organe über.

Wenn also auch diese Funktionsausübung schrittweise auf ein vielzelliges Organ überging, auf das Gehirn, dann bedeutet das nur die letzte Konsequenz in der Evolution der Vielzeller und ist ein völlig natürlicher, sich mit Notwendigkeit ergebender Ablauf. Von jetzt ab braucht immer nur der Zellkörper durch die so immens präzise Tätigkeit des Genetischen Code aufgebaut zu werden. Weitere zusätzliche Organe bildet das vielzellige Gehirn über erworbene Verhaltensweisen. Die menschliche Sprache tritt als entscheidend wichtiges Hilfsorgan hinzu - und schafft als Begleiterscheinung das abstrakte Denken. Auch die Sprache beruht auf erworbenen Steuerungen, bestimmte Information über entsprechende Lautsignale weiterzugeben. So ist der Mensch nicht nur auf Nachahmung angewiesen, um von anderen erworbene Fähigkeiten auf sich zu übertragen, sondern über Sprache und später über den artifiziellen Funktionsträger Schrift wird die Übertragung jeder Erfahrung, jeder Meinung, jeder Schlußfolgerung noch weit umfassender, einfacher, präziser und nicht zuletzt energiesparender möglich. Während bis zu diesem entscheidenden Entwicklungspunkt nur solche Verbesserungen auf Nachkommen übertragen werden konnten, die im Genetischen Code Niederschlag fanden, wodurch die Fäden immer länger wurden, konnten nunmehr Verbesserungen des Zellkörpers durch künstliche Organe mühelos und fast beliebig transferiert werden. Damit hatte die Energonentwicklung eine weitere hemmende Schranke überwunden, und ähnlich wie bei der Entstehung der Vielzeller eröffneten sich für sie neue Dimensionen.

Von jetzt ab mußte anorganisches Material nicht mehr den Weg durch den Zellkörper nehmen, um dann von diesem in Funktionsträger verwandelt zu werden. Von jetzt ab konnte anorganisches Material gleich außerhalb des Körpers funktionalisiert werden, was eine signifikante Vereinfachung des Vorganges bedeutet. Und über die artifiziellen Funktionsträger Sprache und Schrift konnten sowohl erworbenes Verhalten wie auch jedes Aufbaurezept für zusätzliche Organe direkt und indirekt an andere weitergegeben, an diese übertragen werden. Bis zum heutigen Tage wurde die menschliche Einsicht in die tatsächlichen Zusammenhänge und die Beurteilung des tatsächlichen Standortes des Menschen innerhalb der Lebensentfaltung durch das ähnliche Erscheinungsbild unseres Körpers und jenes der Tiere blockiert. In Wahrheit gehören wir ebenso wenig zu den Affen und den sonstigen Vielzellern, wie die Keimzellen eines Rehs oder einer Tanne zu den Einzellern gehören. Im Menschen gelangte die Evolution der Energone nach dem Entstehen der Zelle zum zweiten Male zu einer besonders effizienten Einheit, die gewaltige neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnete und dem Lebensstrom zu einem immensen weiteren Anschwellen verhalf.

 


Quellen: "Die Schöpfung geht weiter"  und   Die Evolution des Menschen

Günther Stahlmann(11.9.2000)